[Event] Neugierig auf die Welt – Münchner Bücherschau junior vom 2. bis 10. März 2013

Am 2. März ist es endlich wieder soweit und hier in Münchenes dreht sich alles um Bücher! Neben dem Stöbern in rund 5.000 Büchern wird allen Jungen und Junggebliebenen ein abwechslungsreiches Veranstaltungprogramm geboten, bei dem für jeden und jeden was dabei sein dürfte, wie z. B. Bücher, die noch keiner kennt, Besuch des Verlags arsEdition sowie Vorlesezeit.
Unter anderem sind Arena Verlag, arsEdition, Beltz & Gelberg Verlag, Ueberreuter, Thienemann Verlag und viele andere mit ihren Bücherständen vertreten.
Ich werde zusammen mit einer Freundin die Lesung von Kerstin Gier zu Rubinrot mit anschließender Filmpremiere besuchen und freue mich schon unheimlich, sie endlich mal richtig live zu erleben, nachdem das auf der Frankfurter Buchmesse ja leider nicht so ganz geklappt hat…
[Rezension] Jonathan Schnitt – Foxtrott 4, Sechs Monate mit deutschen Soldaten in Afghanistan
5 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
Krieg, Taliban, ISAF, Bundeswehr, Armut
Das sagt der Verlag zum Buch:
»Zehn Jahre Afghanistankrieg – ein unangenehmes, peinliches Datum«, schrieb die »Zeit« im Herbst 2011 und nannte diesen Krieg eine »schwer erträgliche Last« für den Westen. Diese Last tragen seit zehn Jahren auch deutsche Soldaten. Der Journalist Jonathan Schnitt wollte sehen, hören, spüren, was das, aus der Nähe betrachtet, bedeutet – jeden Tag, jede Nacht.
Er lebte ein halbes Jahr mit einem deutschen Bataillon nahe Kundus, das »an vorderster Front« Dienst tat, teilte mit den jungen Frauen und Männern Hitze, Dreck, Flöhe, Anstrengung, Angst. Er sprach mit ihnen über ihre Erlebnisse, Gefühle, Wünsche und über die Gefahr, dem Tod zu begegnen. Und er sah, wie der Krieg sie veränderte. Jonathan Schnitt rückt aus der Innenperspektive endlich die Soldaten in den Mittelpunkt und zeigt das ungeschminkte deutsche Gesicht des Afghanistankrieges – hautnah, illusionslos, berührend.
Meine bescheidene Meinung:
Afghanistan fasziniert mich. Ich kann nicht mal sagen, warum, aber es ist einfach so. Entsprechend viel habe ich darüber gelesen und freue mich bei dem ganzen traurigen Lesestoff immer über Lektüre, die Afghanistan nicht nur auf Armut, Analphabetismus, Frauen in Burkas und Taliban reduziert, sondern die auch die Schönheit dieses Landes und ihren Reichtum an Kultur und Geschichte (auch wenn diese streckenweise sehr traurig ist) zur Sprache bringt.
Gut, mit Schönheit, Kultur und Geschichte hat dieses Buch nun nicht wirklich viel zu tun, zumindest nicht primär. Was jedoch nichts daran ändert, dass ich es sehr gerne gelesen habe – aber mal von Anfang an…
Wir sind Deutschland! Dies gilt zumindest mal bei jeder EM/WM und auch – aber nur wenn uns die Buchmacher gute Chancen einräumen – auch für den Eurovision Song Contest (für alle “Alten”: Grandprix d’Eurovision de la Chanson). Aber wie sieht’s denn aus, wenn es um Bundeswehreinsätze geht? Kaum einer von uns weiß von der Arbeit, die die Männer und Frauen dort tun – und das finde ich irgendwie schade. Wo ist unser Patriotismus hin? Muss erst ein Krieg ausbrechen, der unserer Armee bedarf, damit wir Notiz von den deutschen Soldaten nehmen? Ich weiß, das alles klingt ein bisschen sehr leidenschaftlich und pathetisch, aber habt ihr euch die Frage denn schon mal gestellt? Nein? Solltet ihr vielleicht mal. Regelmäßig wurde das Bundeswehrmandat im Parlament lustig verlängert. Einer der Soldaten aus Schnitts Buch hat dies sehr treffend kommentiert, in dem er meinte, dass das Ergebnis wohl anders aussehen würde, wären die Abgeordneten mal ein paar Tage vor Ort gewesen.
Bis auf 2 Unterbrechungen begleitet der Journalist Jonathan Schnitt ist die Soldaten des Bataillon Foxtrott 4 sechs Monate bei allem, was diese tun und dokumentiert dies. Wie er auch im Buch schreibt, legt er sehr großen Wert hervorzuheben, dass alles, was er schreibt, seine Meinung widerspiegelt und er sich nicht den Mund verbieten respektive seinen Text zensieren lässt und das habe ich währen des Lesens auch geglaubt, denn stellenweise waren die Antworten der Soldaten auf kleinere Interviews schon recht unangenehm und direkt. Aber gerade das war ein Grund, warum mir dieses Buch so gut gefallen hat. Es war einfach authentisch. Wenn man nach diesen stumpfen (meist in amerikanischen Filmen vorkommenden) Aussagen Jaaa, ich stehe voll hinter dem Einsatz, denn wir machen die Welt besser und wir zivilisieren den Rest der Welt jetzt und wir sind eh die Besten! sucht, tut man dies Gott sei Dank vergeblich. Ganz im Gegenteil: ich habe die Soldaten als ganz normale Menschen mit Ängsten, Wut, Heimweh und Schnauzevoll-Tagen kennengelernt. Sie erzählen von ihrem “Alltag” in Afghanistan mit all seinen Tücken, aber auch mit verhältnismäßig ausgelassenen Tagen – zum Beispiel, wenn die Truppe ins Lager zurückkommt und den “Luxus” einer Toilette genießen kann anstatt das Geschäft in ein Erdloch verrichten zu müssen oder die Soldaten wieder in einem Bett mit Dach über’m Kopf zu schlafen können und sich nicht den Wind mit einer Plane vom Leib halten müssen.
Was mir besonders gefallen hat, war, dass das Buch nicht auf Skandal, Taliban, Explosionen, etc. aus war, sondern einfach “nur” einen Ausschnitt aus dem Leben einiger Soldaten berichtet hat. So gab es lediglich 2 oder 3 mehr oder weniger brenzlige Situationen, in denen sich die Soldaten in Gefahr befanden, die aber auch lediglich faktisch geschildert wurde ohne in Dramatisierunngen (gibt’s das Wort überhaupt?) auszuufern. In der Mitte des Buches waren noch einige Bilder – sowohl von Afghanistan (welch ein atemberaubend schönes Land!) als auch von den Soldaten und Jonathan Schnitt – was ich ganz gut fand, damit man sich von den Personen im Buch auch ein Bild machen konnte.
Alles in allem ein interessantes, informatives, emotionales, aber nicht gewollt-dramatisches Buch, das ich gerne jedem, der sich für den ISAF Einsatz interessiert, empfehle!
[Rezension] [Lesung] Joy Fielding – Das Herz des Bösen
Auch wenn die Lesung schon einige Zeit her ist, würde ich gerne einige Eindrücke und Bilder posten, jetzt, wo ich die Rezension endlich mal fertig bekommen habe. Besonders ist bei dem Buch, dass es zuerst in Deutschland erschienen ist und in den Staaten und US erst im Dezember rauskam. Zudem hatten wir Münchner das Glück, dass Joy Fielding im Rahmen des Krimifestivals ihr neues Buch vorstellte. Aber jetzt erst mal zum Buch:
Auch das schönste Luxushaus kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Valerie Rowes Leben aus den Fugen geraten ist: Nach langer Ehe ist ihr Mann Evan im Begriff, sie wegen einer jüngeren Frau zu verlassen, und zudem droht ihr ihre pubertierende Tochter Brianne völlig zu entgleiten. Dann gerät Valerie plötzlich auch noch in eine absurde Situation: Evan hatte den Plan gefasst, mit seiner Verlobten Jennifer und Brianne ein Wochenende in der Wildnis zu verbringen.
Eine Verkettung von Umständen will es aber, dass Valerie mit von der Partie ist und sich mit ihrer verhassten Rivalin in einem entlegenen Hotel in den Bergen wiederfindet. Valerie ahnt indes nicht, dass es kurz vorher zu einer rätselhaften Mordserie in der Gegend gekommen war – und eine blutige Spur die Wälder durchzieht, die auch ihren Weg kreuzen wird.
Das erste, was mir zum Buch einfällt (außer, dass dieses Buch ausnahmsweise mal nicht in Florida spielt), ist der Titel. Er hat – wie man es leider ziemlich oft von den Verlagen gewohnt ist – so rein gar nichts mit dem Originaltitel zu tun (dieser lautet Shadow Creek). Wenigstens ist die deutsche Übersetzung nicht völlig abwegig (kommt ja leider auch oft genug vor).
Schon nach dem Lesen des Prologs ist der Leser mitten im Geschehen und mir bereits recht früh an einer bestimmten Stelle richtig mulmig im Bauch wurde – die, die das Buch schon gelesen haben oder
auf einer der Lesungen waren, wissen sicherlich, wovon ich spreche. Alle anderen Neugierigen können hier mal reinlesen - viel Spaß dabei! Es geht also von Anfang an richtig zur Sache und das ändert sich auch im Verlauf des Buchs nicht wirklich. Ich kann mich nicht erinnern, dass Fielding jemals so detailliert brutal geschrieben hat. Es war jetzt nicht so schlimm, dass ich drüberlesen musste, aber es war schon ziemlich heftig (zumindest für mich).
Wie gesagt, es geht bereits von Anfang an recht rasant los und man wird komplett ins Geschehen geworfen und erlebt dieses aus 2. Perspektiven: die eines Mädchens, die offensichtlich in Morde verstrickt ist und das “normale Geschehen”. Der ständige Perspektivenwechsel macht das Buch zu einem regelrechten Pageturner, da fast jedes Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger endet und man natürlich wissen will, wie es weitergeh
t.
Die Figuren sind auch in diesem Fielding Thriller wieder richtig gut herausgearbeitet, es gibt – wie eigentlich in jedem ihrer Romane – ein mit dem Fall verbundenes Familiendrama und alle Personen sind absolut lebensecht: die dauertrotzige Teenager-Tochter Brianne, Mutter Valerie, etwas überspannt und nicht wirklich glücklich) sowie deren Freunde James (schwuler geht’s nicht), Melissa (exzentrischer wohl auch nicht) und Jennifer – die neue Freundin von Vals Ex-Mann.
Dies ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass man neben der Haupthandlung auch einiges über das (Innen-)leben der Protagonistinnen erfährt, was ich – als Gegenpol zu dem Gemetzel und Geschlachte – als eine sehr willkommene Abwechslung empfand.
Den Showdown fand ich dann auch recht spannend und das Ende in sich stimmig. Auch wenn es – wie irgendwie das ganze Buch – absolut Fielding-untypisch. Ich fand das Buch super, aber die brutalen Szenen waren mir zu viel des guten, daher “nur”
Die Lesung hingegen hat all meine Erwartungen absolut übertroffen. Sie fand im Institut der Rechtsmedizin in München statt und die Besucher saßen auf guten alten Klappstühlen im Hörsaal. Moderiert wurde die Lesung von Günter Keil, der auch schon Simon Beckett und Sebastian Fitzek durch die Lesung führte. Nicht wirklich meine 1. Wahl für so eine Veranstaltung, aber wenn ich an die Lesung mit Andrea Sawatzki am 9. März denke, bekomme ich moderationstechnisch jetzt schon das große Kotzen.
Eingeladen war außerdem noch Dr. Oliver Peschel – seines Zeichens Rechtsmediziner und ein unheimlich lustiger Zeitgenosse, der über die harten Fakten des Jobs berichtete und jeden Tatort- und CSI Fan jegliche Illusionen nahm. Anneke Sernau, die ursprünglich den deutschen Lesepart übernhemen sollte, konnte nicht, da sich ihre Dreharbeiten länger hinzogen als gedacht. So sprang die Schauspielerin Dennenesch Zoudé für sie ein und machte ihren Job ganz gut (abgesehen davon, dass sie den Namen der Protagonistinnen vehement falsch aussprach [selbst nachdem Joy Fielding ihren englischen Part gelesen hatte], aber daran möchte ich mich nicht aufhängen). 
Das Highlight war natürlich Joy Fielding. Ich weiß zwar nicht genau, wie ich sie mir vorgestellt habe, aber so fröhlich und lustig sicherlich nicht. Mag auch daran liegen, dass ihre Bücher jetzt nicht unbedingt vor Komik und Spaß überquellen. Trotzdem versprühte sie eine sehr erfrischende und frisch-fröhliche Energie, von der alle sofort mitgerissen wurden und dass bei manchen Stellen nicht der komplette Saal schallend lachte, war sicher nur der Tatsache geschuldet, dass nicht alle englisch verstanden und erst auf die Übersetzung von Günter Keil warten mussten.
Sie erzählte auch das ein oder andere aus ihrem Privatleben: so wissen wir jetzt, dass sie sowohl eine recht ruhige und zurückhaltende und eine – sagen wir mal recht energiegeladene – Tochter hat. Sie geht außerdem sehr gerne golfen und liest auch in ihrer Freizeit gerne Thriller.
Ich muss sagen, die 2 Stunden Lesung vergingen wie im Flug und auch bei dem anschließenden hat mich Frau Fielding mit ihrer Natürlichkeit und Liebenswürdigkeit absolut verzaubert. Sie nahm sich für jeden einzelnen Besucher Zeit für ein Foto und/oder persönliche Widmung im Buch. Ich hatte sogar das Glück das ein oder andere Wort mit ihr zu wechseln – wenn ich da an Simon Beckett und seine Aussage, dass er mir das Buch leider nicht persönlich signieren könne und die Security schaute, dass sich die Besucher auch ordentlich benehmen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
Es war ein wirklich toller Abend und wenn Joy Fielding mal wieder in der Gegend ist, wäre ich sehr gerne wieder mit dabei!
[ich höre gerade...] Timur Vermes – Er ist wieder da, gelesen von Christoph Maria Herbst
Als gedrucktes Buch hätte es ich wahrscheinlich nicht gelesen, aber da C. M. Herbst zu meinen Lieblingsvorlesern gehört und ich seine Rolle als Alfons Hettler in “Der Wixxer” einfach nur genial fand, habe ich mich unheimlich gefreut, als ich das Hörbuch gestern ausgeliehen bekam.
Ich bin zwar noch etwas irritiert ob der Vorleseweise, aber ich denke, daran muss man sich einfach nur gewöhnen.
Für alle, die mal kurz in Er ist wieder da reinhören möchten, können dies hier tun. Für alle, die nicht wissen, wovon ich hier überhaupt rede, gucken einfach hier:
Frühjahr 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet der Gröfaz in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere – im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und “Gefällt mir”-Buttons. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy?
Quelle: audible.de
Ich lese gerade meinen ersten Fitzek. Bisher habe ich mir immer alle (es steht nur noch Amokspiel aus) von David Nathan vorlesen lassen, was auch immer ein absolutes Erlebnis war. Dieses Mal habe ich mich allerdings für das gedruckte Buch entschieden, da ich im Oktober auf der Fitzek/Tsokos-Lesung war und mir das Buch bei dieser Gelegenheit signieren lassen wollte. Dabei fällt mir ein, dass ich zu der Lesung noch nix geschrieben habe… wird dann bei der Rezension nachgeholt.
Für alle die, die weder mit Buch noch Autoren was anfangen können, hier eine kleine Übersicht:
Sebastian Fitzek
Sebastian Fitzek hat sich mit bislang acht Bestsellern – zuletzt “Abgeschnitten” zusammen mit Michael Tsokos – längst seinen Ruf als DER deutsche Star des Psychothrillers erschrieben. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt; als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren erscheint Sebastian Fitzek auch in den USA und England, der Heimat des Spannungsromans. Sein dritter Roman “Das Kind” wurde mit internationaler Besetzung verfilmt.
(Quelle: droemer-knaur.de)
Michael Tsokos
Prof. Dr. Michael Tsokos leitet das Institut für Rechtsmedizin der Charité und das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin in Berlin. Er ist der bekannteste deutsche Rechtsmediziner und als Experte im In- und Ausland tätig, beispielsweise für die UN zur Identifizierung ziviler Opfer in Kriegsgebieten. 2005 wurde ihm der Medienpreis Bambi für seinen Einsatz bei der Identifizierungs-Mission deutscher Tsunami-Opfer in Thailand verliehen. Einem breiten Publikum ist er hierzulande durch seine Bestseller “Dem Tod auf der Spur” und “Der Totenleser” bekannt.
(Quelle: droemer-knaur.de)
Zum Buch:
Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert.
Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert…
(Quelle: droemer-knaur.de)
Ich muss sagen, ich habe schon lange kein mehr so spannendes, aber auch gleichzeitig so grausames Buch gelesen. Bei der ein oder anderen Stelle muss ich zugegebenermaßen querlesen, weil’s für meine Nerven einfach ein bisschen zu viel ist. Dieses Mal setzt Fitzek nicht so sehr auf Psycho, sondern auf Spannung, rasante Handlung und eben sehr grausame Details, was man mit dem menschlichen Körper so alles anstellen kann – bis auf letzteres eine sehr willkommene Abwechslung. Mehr folgt in der Rezension!

[Gastrezension] Petra Oelker – Ein Garten mit Elbblick
Heute gibt es hier auf dem Blog eine kleine Premiere, denn die heutige Rezension stammt nicht von mir, sondern von meiner lieben Kollegin Eva, die sich eines meiner Bücher ausgeliehen hat. Da ich weiß, dass sie sehr gerne liest und sich auch recht auszudrücken weiß, habe ich ihr das Buch nur gg. Gastrezension geliehen und es hat geklappt!
5 Dinge, die Eva spontan zum Buch einfallen:
Hamburg, Pferdebahn, Erbe, Malerei, Messerwerfer
Evas Meinung zum Buch:
Hamburg 1895: Henrietta Winfield kehrt aus Bristol in ihre alte Heimat zurück, um ihren Vater zu beerdigen und ihr Erbe anzutreten. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass kaum etwas von dem Vermögen ihrer Familie übriggeblieben ist. Henrietta glaubt sich durch ihren englischen Ehemann gut versorgt – bis dieser tot in der Hansestadt aufgefunden wird und Henrietta vor einem Rätsel steht: Was wollte ihr Mann in Hamburg? War er in dunkle Geschäfte verstrickt? Und welche Rolle spielte ihr Vater dabei? Es beginnt die Jagd nach Thomas Winfields Mörder und Henriettas Suche nach der Wahrheit.
Wie auch schon in ihrer Reihe um die Komödiantin Rosina nimmt Petra Oelker den Leser in ihrem neuen Roman mit neuen Protagonisten von Anfang an mit auf eine spannende Reise ins historische Hamburg. Dort wird Henrietta von ihren Verwandten, der Familie Grotmann umsorgt, die zur feinen hanseatischen Oberschicht gehört. Zwischen Jungfernstieg, Alsterdampfern und Pferdebahnen auf der einen und dunklen Gassen und Hafenkneipen mit zwielichtigen Gestalten auf der anderen Seite gelingt es der Autorin eine authentische und erzählerisch dichte Atmosphäre zu schaffen. Schnell glaubt man das Hamburg der damaligen Zeit mit seinen unterschiedlichen Facetten vor sich zu sehen.
Die Familie Grotmann ist ein äußerst interessanter Protagonistenkreis. Jedes einzelne Familienmitglied wird mit seinen Eigenarten und Ansichten dargestellt und erwacht zum Leben. Dabei entwickelt man als Leser schnell Vorlieben. Schade ist, dass ausgerechnet die Person der Henrietta Winfield, die als Hauptfigur viel Potenzial hätte, leider etwas blass bleibt. Teils leichtgläubiges und unselbstständiges Mädchen, teils entschlossen, sich ihrem Schicksal nicht zu fügen, bleibt sie undurchschaubar und kühl. Es fällt schwer sie einzuschätzen. Sympathieträger des Romans ist dagegen der um Erfolg bemühte Kommissar Paul Eckhoff, den man als Leser schnell ins Herz schließt. In seiner Figur werden auch die gesellschaftlichen und sozialen Umbrüche des ausgehenden 19. Jahrhunderts und damit einhergehende persönliche Konflikte sehr schön verdeutlicht. Um sein berufliches Vorankommen und das Wohlergehen seiner jungen Familie besorgt, versucht er verzweifelt, Licht in das Rätsel zu bringen. Der Fall erweist sich jedoch als sehr verzwickt. Eine fast vergessene Verbindung zu Henriettas Familie bringt ihn dabei auch emotional in Bedrängnis und lässt den Leser mit ihm fühlen.
„Ein Garten mit Elbblick“ liest sich sehr flüssig und bietet die von Petra Oelker gewohnte gute Unterhaltung, die einen mitzieht in eine andere Zeit. Um wirklich zu fesseln, fehlt es dem Krimi insgesamt jedoch an dramatischen Höhepunkten. Das Buch ist mehr ein historischer Roman und ein Gesellschaftsportrait als ein Krimi. Als solches habe ich es sehr gerne gelesen und kann es nur weiterempfehlen.
[Rezension] Stefanie Gerstenberger – Oleanderregen
5 Dinge, dir mir spontan zum Buch einfallen:
Italien – Verzeihung: Sizilien!, Familiengeheimnis, Schmöker, endlich mal kein Treppencover-Roman!, tolle Widmung im Buch
Das sagt der Verlag zum Buch:
Sag ich nicht, da es meiner Meinung nach viel zu viel verrät. Ich hab mich jedenfalls geärgert. Wer’s trotzdem wissen will, klickt hier.
Meine bescheidene Meinung:
Stefanie Gerstenberger … freut sich über eine Kiste voller Bücher! Mit dieser kleinen Statusmeldung nebst Bild
eines prallgefüllten Bücherkartons und meiner frechen Antwort Grad mal die Kurzzusammenfassung bei amazon gelesen und für gut befunden – also ich würd eins nehmen
nahmen die Dinge ihren Lauf. Kurze Zeit später hatte ich Oleanderregen im Briefkasten.
Hätte ich gewusst, dass mich das Buch so fesseln und begeistern würde, wäre es vom Briefkasten wahrscheinlich direkt in die Leselotte gewandert. So musste es sich aber noch ein bisschen im Regal gedulden und wurde im grauen Herbst gelesen – sozusagen als kleiner Kurzurlaub in den warmen Süden.
Also als erstes muss ich sagen, dass ich mich sowohl über den Klappentext als auch über die Kurzbeschreibungen auf der Verlagshomepage ziemlich geärgert habe, da sie – meiner Meinung nach – mehr verraten, als ich zu Beginn des Buches wissen wollte. Deshalb verzichte ich hier auf die Inhaltsangabe und werde auch nicht mehr als nötig auf die Handlung eingehen – ich hoffe, das ist okay.
Die Deutsch-Italienerin Valentina reist in die väterliche Heimat Sizilien (sehr sympathisch, dass bei Stefanies Schilderungen Sizilien auch weiterhin in Italien bleiben darf
), um familiäre Angelegenheiten zu klären. Deren Aufklärung bedürfen intensivstem Herumkramen in der Vergangenheit ihrer Familie. Damit der Leser auch wirklich alles versteht (Familienverhältnisse können auch in Italien äußerst schwierig sein), schlüpft die Autorin in die Rolle von Valentinas Cousine Angelina, die uns ins Sizilien der 30er-Jahre entführt und beginnt zu erzählen und ich kann nur eins sagen: sie tut dies meisterlich! Die Flashbacks in die Vergangenheit wechseln sich immer mit den Geschehnissen in der Gegenwart ab, was die ganze Handlung zwar abwechslungsreich gemacht hat und auch situationstechnisch immer ganz gut passte, aber ich muss sagen, dass ich regelrecht an Angelinas Lippen hing und immer sofort wissen wollte, wie es mit der Familie Vitale weitergeht.
Doch das Buch lebt nicht nur vom Geschichtenerzählen. Als ich weiter oben von einem Kurzurlaub auf Sizilien sprach, war das tatsächlich so gemeint, denn man kann als Leser gar nicht anders, als in den Gedanken tatsächlich dort zu leben. Der Geruch des Oleanders und der Gewürze, der Lärm der Familie beim gemeinsamen Essen, die Sonne und das Haus an der Klippe, all dies bekommt man hautnah mit, so detailliert und lebensecht schreibt Stefanie Gerstenberger.
Doch nicht nur die Atmosphäre ist absolut greifbar, auch die Personen erscheinen nach einigen Seiten wie Menschen, die man persönlich kennt. Gerade die doch recht vielschichtige Persönlichkeit von Valentina ist super herausgearbeitet und ich konnte mich in deren Situation, die nun wirklich keine einfache ist, sehr gut reinversetzen. Womit ich auch schon bei der Handlung wäre: Es war einfach alles dabei, was für mich einen guten Roman dieses Genres ausmacht. Es ist von allem ausreichend (aber nicht zu viel!) da: Liebe, Leid, Leidenschaft, Trauer, Intrigen, Eifersucht, Freude, Freundschaft, Familie. Alles in allem einfach eine runde Sache!
Ein tolles Buch, das ich allen, die Familiengeschichten mögen und vielleicht auch einen kleinen Kurzurlaub brauchen, wärmstens empfehle!
Für alle, die selbst reinschnuppern wollen, tun dies am besten hier.
[Rezension] Britta Sabbag – Pinguinwetter
5 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
tolles Cover, Frauenromanchen, supersympathische und äußerst lustige Autorin (ich liebe ihre Statusmeldungen bei Facebook!), interessanter Titel, der Humor erinnert mich an Kerstin Gier
So beschreibt der Verlag das Buch:
Charlotte wird auf dem Höhepunkt ihrer Karriere gefeuert. Außerdem erhält sie von ihrer Mutter äußerst fragwürdige SMS aus der U-Haft in Grönland. Dann entscheidet sich ihr Immer-mal-wieder-Mann Marc auch noch, endlich in den Hafen der Ehe einzuschiffen - allerdings nicht mit ihr. Und nun? Rein in die rosa Babyelefantenhose und rauf aufs Sofa! Um Charlotte auf andere Gedanken zu bringen, drückt Freundin Trine ihr Sohnemann Finn aufs Auge. Als es bei einem Zoobesuch zu einem Beinahe-Unfall kommt, steht Charlotte der alleinerziehende Eric als Retter in der Not zur Seite. Weil der jedoch glaubt, Charlotte sei Finns Mutter, geht der Schlamassel erst richtig los…
Meine bescheidene Meinung:
Wie oben bereits erwähnt, habe ich Britta Sabbag schon eine gefühlte Ewigkeit in meiner Facebook-”Freundesliste” und muss gestehen, ich war eigentlich die ganze Zeit davon ausgegangen, dass sie schon längst Bücher veröffentlicht hat. Eines schönen Abends hab’ ich dann mal bei amazon nachgeschaut und gesehen, dass Pinguinwetter - Brittas Erstling – erst noch erscheinen sollte.
Ich mag ihre Art zu schreiben und ihre Statusmeldungen bei Facebook bringen mich eigentlich immer zum Lächeln, nicht selten auch zum Lachen. Entsprechend gespannt war ich also auf Pinguinwetter und ich muss leider sagen, dass es meine Erwartungen leider fast gar nicht erfüllen konnte. Grund: ich mochte Charlotte – die Protagonistin – einfach nicht. Ich habe das Buch nach den ersten Kapiteln absichtlich mal ein paar Tage liegen lassen und was anderes gelesen, aber das hat meine Meinung leider nicht geändert. Ich fand Charlotte chaotisch, nervig, naiv, stellenweise einfach nur dumm und sie hatte – in meinen Augen – absolut nichts Liebenswürdiges an sich, so dass ich ihr den Rest irgendwie hätte verzeihen können. Nun bin ich ja auch eine Anfangdreißigerin und von Identifikation der Protagonistin mit meiner Wenigkeit oder Mädels in meinem Freundes- und Bekanntenkreis (Gott bewahre!) keien Spur – muss ja auch nicht (macht es aber meist leichter, das ein oder andere zu verstehen).
Leider ging es mir mit den restlichen Charakteren im Buch in Sachen Sympathie nicht wirklich anders: Trine, die ihrem Namen alle Ehre macht: schrecklich! Extrem entspannt bis gelangweilt-gleichgültig, trantütig. Ihr Sohn, Finn, ein Balg von einem Kind, ihr Mann hat nix zu melden und Kind 2 ist auch schon unterwegs. Da ist nichts Lustiges dran, das ist einfach nur grotesk! Mona, Charlys andere Freundin, die Filzqueen, die irgendwie auch nur mit sich beschäftigt zu sein scheint: sehr unsympathisch. Nee, solche Freundinnen wünsche ich keinem!
Bei so mancher absurder Situation musste ich zwar den Kopf schütteln, aber wer auf Brittas Homepage mal unter Real Life klickt, den wundert gar nichts mehr, von daher gesehen geh ich da bei vielem schon von Einflussnahme persönlicher Erfahrungen aus.
Was mir sehr gut gefallen hat – und zwar das ganze Buch hindurch – ist Brittas Schreibstil. Frech, spritzig, spitz, (selbst)ironisch und einfach nur lustig (hatte ein bisschen was von der von mir sehr geschätzten Kerstin Gier) – das traf meinen Humor absolut und hat mich dann auch letzten Endes dazu gebracht, das Buch zu Ende zu lesen (wer mich kennt, weiß, dass das schon was heißen mag, denn eigentlich mache ich mich da nicht lange ‘rum – das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher!).
Das pinke Cover und das Pinguin-Daumenkino machen das Buch definitiv zu einem kleinen Schmuckstück.
Schade, liebe Britta, ich hätte zu gerne eine weitere IchBinTotalBegeistert-Rezension verfasst, aber dat Charlotte und ich – wir kommen da leider nicht zusammen
[Rezension] Marie-Aude Murail – Blutsverdacht
5 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
Zwillinge-sind-immer-gut – tote-Zwillinge-in-einem-Thriller-noch-besser!, tolles Cover, düsteres Frankreich, Bluuuuut, MannoMann-das-klingt-ja-echt-spannend!
Das sagt der Verlag über das Buch:
Ruth und ihre Freundin wollten eigentlich nur wissen, mit wem Ruths Vater auf dem alten Klassenfoto Händchen hält: War es Ruths Mutter oder deren Zwillingsschwester? Als sie das Foto unter seinem Namen ins Internet stellen, treten die beiden Mädchen eine Lawine los, die sich unkontrolliert ihren Weg bahnt. Was, wenn Ruths Vater gar nicht der unbescholtene Arzt ist, für den ihn alle halten? Immerhin war er der Hauptverdächtige, als ihre Tante vor zwanzig Jahren ermordet wurde …
Antworten scheinen im Internet oft greifbar nah, aber manchmal ist auch das Böse nur einen Klick entfernt.
Meine bescheidene Meinung:
Aufmerksam wurde ich auf Blutsverdacht durch Annes Blog. Nachdem ich von dem Jugendthriller Wer schön sein will, muss sterben von Michele Jaffe (ebenfalls aus dem Fischer Verlag) schon total begeistert war, wollte ich es nun mal mit einem französischen Thriller probieren und – so viel kann ich schon mal verraten – ich hab es nicht bereut.
Ich hatte vorher noch nie von der Autorin gehört und bei französischen Autoren bin ich immer ein bisschen vorsichtig. Ich weiß, man sollte nicht pauschalieren, aber ich finde, fast allen heftet so ein melancholischer Touch an, den ich beim Lesen teilweise schon ein bisschen anstrengend finde. Aber egal – bei Marie-Aude Murail war dem Gott sei Dank nicht so.
Ganz im Gegenteil: sie schreibt sehr klar und flüssig: keine unnötig-langen Satzkonstruktionen, bei denen du 5 Zeilen weiter oben noch mal nachsehen musst, worum’s eigentlich ging. Und was noch viel wichtiger ist: sie schreibt verdammt spannend! Ein richtiger Pageturner, bei dem frau schon mal alles um sich herum vergisst. Hierbei wird absolut auf die Psyche und Vorstellungskraft des Lesers gezielt. Der Autorin gelingt es hierbei, das Spannungsniveau sehr hoch zu halten, dabei aber doch nicht allzu heftig zu werden – immerhin ist es ein Jugendbuch.
Die Charaktere sind klar gezeichnet und bleiben trotzdem auf eine gewisse Art geheimnisvoll, allen voran der von Martin Cassel – der Vater der beiden Halbwaisen-Mädchen Ruth und Bathseba – der offensichtlich sowohl die Mutter der Mädchen (Marie-Eve) als auch deren Zwillingsschwester Eve-Marie (die Namen können einen wahnsinnig machen!) toll fand.
Alles spricht dafür, dass er damals am Mord von Ruth und Bathsebas Tante beteiligt war und das ist es auch, was mich fast die ganzen 256 Seiten umgetrieben hat, denn der gute Mann ist alles, nur nicht koscher…
Die Handlung ist super konstruiert und hält die ein oder andere absolut überraschende Wendung parat, welche dann zusammen in einem überaus gelungenen, da nicht überzeichneten Finale gipfeln. Meine Empfehlung daher: LESEN!
[Rezension] Rachel Hawkins – Hex Hall 3: Dämonenbann
5 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
Hexen, lustig, 3. Teil, das war’s dann leider, hach – wat für schöne Cover!
Das sagt der Verlag dazu:
Sophie Mercer ist gehörig in Schwierigkeiten. Sie hat ihre dämonischen Kräfte verloren, wurde von ihren Freunden getrennt und ist nun mitten in einem Lager von Kriegerinnen gelandet, die magische Wesen wie Sophie eigentlich jagen. Doch statt sie zu töten, eröffnen ihr die Brannick-Frauen, dass sie der Schlüssel ist, um einen Krieg in der magischen Welt zu verhindern. Aber wie kann ihr das ohne ihre Kräfte gelingen?
Meine bescheidene Meinung:
Wer meine Rezensionen hier und hier gelesen hat, weiß, dass ich – eigentlich eher die nicht-so-Lyx-Leserin – absolut begeistert bin war von der Hex Hall Trilogie. Sophie Mercer, die erst recht spät erkennt, dass sie eine ziemlich mächtige Hexe ist, war für mich definitiv eine Protagonistin nach meinem Geschmack: ich liebe ihren Humor und ihre oft unqualifizierten Bewerbungen.
Außerdem ist sie ein herrlich durchschnittlicher amerikanischer Teenager mit den mehr oder weniger alltäglichen Sorgen, die eine 16-jährige wohl so hat. Das war’s aber leider auch fast schon an positivem. Vielleicht lag es auch teilweise daran, dass seit dem Lesen des letzten Teils schon einige Zeit verstrichen ist und ich nicht mehr ganz so auf dem Laufenden war, aber ich wurde bei Dämonenbann einfach nicht mitgerissen. Die Handlung ging stellenweise nur schleppend voran und es dümpelte alles mehr oder weniger vor sich hin.
Auch von Spannung war die meiste Zeit nichts zu spüren – lediglich der Showdown am Ende ließ dann doch noch ein bisschen was an Magie überspringen.
Ich will das Buch jetzt wirklich nicht schlechtreden, aber ich hatte mir bei den beiden wirklich guten Vorgängern doch ein bisschen mehr erhofft und fühle mich mit Dämonenbann ein bisschen schnell abgespeist.
Positiv ist zu erwähnen, dass Rachel Hawkins ihrem lockeren und leichten Schreibstil treu geblieben ist und auch die Charaktere durchgängig authentisch und speziell waren. Nach dem riesigen Spannungsaufbau in den ersten beiden Teilen wäre so ein richtig großes, fettes Inferno ein würdiger Abschluss gewesen, schade drum.
[ich lese gerade...] Es lebe die Vielfalt!
Nein, über mangelnde Vielfalt bei meiner aktuellen Lektüre kann ich mich wirklich nicht beschweren! Jetzt braucht der Tag nur noch ein paar Stunden mehr und mein Körper die Info, dass er beim Lesen nicht immer einschlafen soll
.
Worum es im einzelnen geht – Quelle: amazon.de
Astrid Rosenfeld – Adams Erbe
Adam Cohen ist 1938 achtzehn Jahre alt. Edward Cohen wird um das Jahr 2000 erwachsen. Zwei Generationen trennen sie aber eine Geschichte vereint sie. Von der Macht der Familienbande und der Kraft von Wahlverwandtschaften erzählt dieses Debüt, und davon, dass es nur einer Begegnung bedarf, um unser Leben für immer zu verändern.
Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert. Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert…
Im Jahr 1990 kommt Amir Al-Amin aus Sudan nach Europa. Was den jungen Mann antreibt, ist Neugier, er will reisen und die Welt kennenlernen. Schließlich bleibt er in Österreich hängen. Er bekommt Jobs in Reinigungsfirmen und als Hilfskraft in Bäckereien, wird aber immer wieder hinausgemobbt. Er wohnt in Obdachlosen-Unterkünften, weil er als Ausländer sonst kein Zimmer bekommt. Amir Al-Amin paukt Tag und Nacht Deutsch, um sich zu “integrieren”, wie so oft von ihm gefordert wird. Schließlich bekommt er eine Arbeit als Religionslehrer und Imam angeboten. In oft witzigen Geschichten, die das wahre Leben geschrieben hat, berichtet Amir M. Al-Amin in diesem Sachbuch wie er lernte, ein guter Staatsbürger zu sein.
Zehn Jahre Afghanistankrieg – ein unangenehmes, peinliches Datum«, schrieb die »Zeit« im Herbst 2011 und nannte diesen Krieg eine »schwer erträgliche Last« für den Westen. Diese Last tragen seit zehn Jahren auch deutsche Soldaten. Der Journalist Jonathan Schnitt wollte sehen, hören, spüren, was das, aus der Nähe betrachtet, bedeutet – jeden Tag, jede Nacht.
Er lebte ein halbes Jahr mit einem deutschen Bataillon nahe Kundus, das »an vorderster Front« Dienst tat, teilte mit den jungen Frauen und Männern Hitze, Dreck, Flöhe, Anstrengung, Angst. Er sprach mit ihnen über ihre Erlebnisse, Gefühle, Wünsche und über die Gefahr, dem Tod zu begegnen. Und er sah, wie der Krieg sie veränderte.

… zum Turm vom letzten Mal ist noch mal ein bisschen was dazugekommen und da ich meine Regale grad abgestaubt hab, hab ich gleich noch mit ausgeräumt.
Die Bücher sind mal wieder gegen kleines Geld oder auch gerne gegen einen Tausch – hier gelangt Ihr zu meinem Wunschzettel. Wenn Ihr etwas habt, wovon Ihr denkt, dass es mir gefallen könnte – immer her damit – ALLES MUSS RAUS!
Linker Turm von oben nach unten:
Koran
Eoin Colfer – Artemis Fowl, Die Akte
Eoin Colfer – Artemis Fowl, Die Rache, Teil 4
Eoin Colfer – Artemis Fowl Schuber, Teile 1-3
Nelson Mandela – Der lange Weg zur Freiheit
[rund um's Lesen] Heute ist bundesweiter Vorlesetag!
Wusstet Ihr, dass heute bundesweiter Vorlesetag ist?
Nein? Dann macht es wie mehr als 20.000 andere Vorleser auch: schnappt Euch ein Buch und lest Euren Lieben was vor (ich glaube, da freuen sich nicht nur die Kleinen drüber!)! Mehr Infos (zum Beispiel welche prominenten Vorleser teilnehmen) findet Ihr hier. Eine ganz tolle Aktion – mal sehen, ob ich heute noch ein “Opfer” finde
[rund um's Lesen] Diogenes wird 60 Jahre alt – die Jubiläumskassette mit vielen tollen Büchern
Der Heimatverlag von Paulo Coelho, Ingrid Noll, John Irving und vielen weiteren begnadeten Autoren wird 60 und feiert dies erneut mit seinen Lesern. Ich bin am Donnerstag durch Zufall darauf aufmerksam geworden, weil ich mich über die vielen leuchtfarbenen Bücher gewundert habe.
Ich habe mich – wie gestern schon bei den Neuzugängen erwähnt – für Astrid Rosenfelds Adams Erbe entschieden, hätte allerdings auch bei der gesamten Jubiläumskassette nicht nein gesagt
. Die Bücher sind wunderschön leinengebunden und im heimischen Bücherregal absolute Schmuckstücke.
Die Bücher, die bisher noch nicht als Taschenbücher erhältlich sind, gibt’s zum Jubiläumspreis (so konnte ich bei Adams Erbe zum Beispiel mehr als 50 % sparen) – das gilt übrigens auch für Benedict Wells’ Fast genial.
Hier alle Bücher, die in der Jubiläumsedition erschienen sind:
1. Jakob Arjouni – Magic Hoffmann
2. Doris Dörrie – Was machen wir jetzt?
3. Anthony McCarten – Englischer Harem
4. Ian McEwan – Saturday
5. Ingrid Noll – Ladylike
6. Astrid Rosenfeld – Adams Erbe
7. Bernhard Schlink – Liebesfluchten
8. Patrick Süskind – Die Geschichte von Herrn Sommer
9. Martin Suter – Die dunkle Seite des Mondes
10. Martin Walker – Bruno, Chef de police
11. Benedict Wells – Fast genial
12. Urs Widmer – Der Geliebte der Mutter
[Neuzugänge] “Will ich schon seit langem lesen” & “Ach, kannte ich ja noch gar nicht – nehm’ ich mit!”
Es ist Herbst und der Winter definitiv nicht weit. Das bedeutet für mich jedes Jahr vermehrt (also noch mehr als ohnehin schon): horten! DVDs, Hörbücher und Bücher und ab damit ins Bett und auf die Couch!
Am Donnerstag wurde ich in einem der 8 (oder doch nur 7?) Hugendubel in MUC fündig. Auf Adams Erbe von Astrid Rosenfeld wurde ich im letzten Jahr auf der Frankfurter Buchmesse aufmerksam, als sie dort im Lesezelt vorlas. Im Hinterkopf blieb es und so musste ich auch sofort zuschlagen, als ich es am Donnerstag für 10 EUR in einer wunderschönen Ausgabe entdeckte.
Was es genau damit auf sich hat, werde ich euch hoffentlich noch morgen näher präsentieren können (wenn Couch, DVDs, Hörbücher und Bücher nicht allzu übermächtig sind
)
Berlin, 2004. Edward Cohen, Besitzer einer angesagten Modeboutique, hört seit seiner turbulenten Kindheit immer wieder, wie sehr er Adam gleicht – seinem Großonkel, den er nie gekannt hat, dem schwarzen Schaf der Familie. In dem Moment, in dem Edwards Berliner Leben in tausend Stücke zerbricht, fällt ihm Adams Vermächtnis in die Hände: ein Stapel Papier, adressiert an eine gewisse Anna Guzlowski. Berlin, 1938. Adam Cohen ist ein Träumer. Aber er wächst als jüdischer Junge in den dreißiger Jahren in Deutschland auf, und das ist keine Zeit zum Träumen. Selbst wenn man eine so exzentrische Dame wie Edda Klingmann zur Großmutter hat, die ihren Enkel die wichtigen Dinge des Lebens gelehrt hat – nur das Fürchten nicht. Als Adam mit achtzehn Anna kennenlernt, weiß er, wovon seine Träume immer gehandelt haben. Doch während die Familie Cohen die Emigration nach England vorbereitet, verschwindet Anna in der Nacht des 9. Novembers 1938 spurlos. Wo soll Adam sie suchen? Sechzig Jahre später liest Edward atemlos Seite um Seite und erfährt, wie weit Adam auf seiner Suche nach Anna gegangen ist… Quelle
Gestern habe ich dann in einer meiner Lieblingsbuchhandlungen Beck & Boy halt gemacht und ein bisschen gestöbert. Neben dem vorangegangenen Friseurbesuch wollte ich mich für die ziemlich nervige Woche belohnen und mir ein kleines aber feines Buch gönnen. Beck und Boy besteht aus einem Raum, kann sich jedoch locker was Vielfalt und Auswahl an Büchern und Accessoires angeht, mit den Großen messen. Sessel laden zum Schmökern und Verweilen ein. Leider hatte ich nicht allzu viel Zeit, so dass ich mich – mehr oder weniger schnell und spontan für Im Schaufenster im Frühling von Melinda Nadj Abonji entschieden habe.
Obwohl ich mit Adams Erbe wohl schon ein etwas tiefgründigeres Buch mehr auf dem SuB habe, konnte ich hier nicht widerstehen. Ich bin sehr gespannt und werde berichten.
Am liebsten hält Luisa sich im Friseursalon von Herrn Zamboni auf. Für sie ist er der Inbegriff von Geborgenheit. Dort duftet es nach Shampoo und Schönheit, es gibt Tee und Geschichten, und im Schaufenster schläft der kleine Hund des Friseurs. Dort ist es friedlich – ganz anders als bei ihr zu Hause. In eindringlichen Szenen erzählt Melinda Nadj Abonji von Gewalt in der Familie, von Verletzungen und einer Ahnung vom Glück. Quelle















